Am Morgen springt die Heizung an und kurz darauf ist ein feines Pfeifen zu hören. Das Geräusch tritt besonders in den ersten Minuten auf, wenn der Heizkörper beginnt warm zu werden. Sobald die Temperatur stabil ist, verschwindet das Geräusch häufig wieder.
Dieses Verhalten hängt meist mit dem Moment zusammen, in dem das Heizsystem vom Stillstand in Bewegung kommt. Beim Aufheizen verändern sich Druck, Temperatur und Durchfluss im Heizkörper gleichzeitig.
Warum Heizungen beim Aufheizen Geräusche machen
Beim Start der Heizung beginnt das Heizungswasser durch Rohre und Heizkörper zu zirkulieren. In dieser Phase verändert sich die Strömung im System relativ schnell. Dadurch können kurzfristig Strömungsgeräusche entstehen.
Das Wasser wird dabei mit höherer Geschwindigkeit durch Ventile und Leitungen gedrückt. Wenn es an engen Stellen vorbeiströmt, kann ein pfeifendes Geräusch entstehen.
Besonders Thermostatventile reagieren empfindlich auf diese Veränderung.
Thermostatventile während der Aufheizphase
Während die Heizung startet, öffnen Thermostatventile häufig weiter als im späteren Betrieb. Dadurch fließt mehr Heizungswasser in den Heizkörper.
Dieser starke Durchfluss kann Strömungsgeräusche im Ventil verursachen. Sobald die Raumtemperatur steigt und das Ventil wieder stärker reguliert, verändert sich auch der Wasserfluss.
In vielen Fällen verschwindet das Pfeifen deshalb nach einigen Minuten.
Luft im Heizkörper als mögliche Ursache
Auch Luft im Heizkörper kann beim Aufheizen stärker auffallen. Wenn sich Luftblasen im oberen Bereich des Heizkörpers befinden, stören sie den Wasserfluss.
Während das Wasser warm wird und sich schneller bewegt, entstehen dadurch Strömungsgeräusche. Diese können als Pfeifen oder auch als leichtes Gluckern hörbar sein.
Ein Hinweis darauf ist ein Heizkörper, der oben deutlich kühler bleibt als unten.
Druckveränderungen im Heizsystem
Beim Start der Heizung verändert sich auch der Druck im System leicht. Das Heizungswasser wird durch die Umwälzpumpe stärker bewegt.
Diese Bewegung erhöht kurzfristig die Geschwindigkeit des Wassers. Ventile oder enge Rohrstellen können darauf mit Strömungsgeräuschen reagieren.
Solche Geräusche treten deshalb häufig genau in der Aufheizphase auf.
Typische Fehlversuche bei diesem Problem
Viele versuchen zunächst, das Thermostat vollständig aufzudrehen. Dadurch wird jedoch nur noch mehr Wasser durch den Heizkörper gedrückt. Das Pfeifen kann dadurch sogar deutlicher werden.
Ein anderer häufiger Versuch ist das wiederholte Entlüften des Heizkörpers, obwohl gar keine Luft im System vorhanden ist. In diesem Fall verändert sich das Geräusch nicht.
Sinnvoller ist es, zuerst das Verhalten der Heizung während der Aufheizphase zu beobachten.
Was im Alltag wirklich hilft
Wenn eine Heizung beim Aufheizen pfeift, hilft es häufig, zuerst die Temperaturverteilung am Heizkörper zu prüfen. Mit einem Infrarot-Thermometer für Heizkörper lässt sich schnell erkennen, ob ungewöhnliche Temperaturunterschiede oder Durchflussprobleme während der Aufheizphase auftreten.
Kurzfazit
Ein Pfeifen beim Aufheizen entsteht meist durch Veränderungen im Wasserfluss des Heizsystems. Thermostatventile, Luft im Heizkörper oder kurzfristige Druckänderungen gehören zu den häufigsten Gründe.
In vielen Fällen verschwindet das Geräusch, sobald die Heizung ihre Betriebstemperatur erreicht hat. Bleibt das Pfeifen dauerhaft bestehen, sollte der Heizkörper genauer geprüft werden.
Häufige Fragen
Warum pfeift die Heizung nur beim Starten?
Beim Start der Heizung verändert sich der Wasserfluss im System besonders stark. Dadurch können kurzfristig Strömungsgeräusche entstehen.
Ist ein Pfeifen beim Aufheizen ein Defekt?
Meist nicht. Häufig handelt es sich um ein normales Strömungsgeräusch während der Aufheizphase.
Kann Luft im Heizkörper dieses Geräusch verursachen?
Ja. Luftblasen im Heizkörper können während der Aufheizphase stärker auffallen und Strömungsgeräusche erzeugen.
Sollte man die Heizung entlüften, wenn sie beim Aufheizen pfeift?
Wenn der Heizkörper oben kühler bleibt als unten, kann Entlüften sinnvoll sein. Andernfalls sollte man auch Ventile und Wasserdruck prüfen.